Sportplätze der Zukunft: Seniorenfitness oder Skateranlage?

Expertinnen und Experten diskutieren auf den 1. Osnabrücker Sportplatztagen an der Hochschule Osnabrück über den Wandel von Sportstätten

Pressemeldung der Firma Hochschule Osnabrück

Tennis und Leichtathletik sind schon lange keine Trendsportarten mehr. Laut einer Studie des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) werden dafür Individualsportarten, wie Nordic Walking und Fitnesstraining, in Deutschland immer beliebter. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen zudem auch Radfahren und Joggen. „Die Sportplatzanlagen sind unserem aktuellen Bewegungsverhalten jedoch nicht angepasst. Wozu brauchen wir so viele Stabhochsprunganlagen und Tennisplätze, wenn es kaum noch Stabhochspringer und Tennisspieler gibt?“ Mit dieser Frage eröffnet Dr. Jörg Wetterich vom ikps seinen Vortrag auf den 1. Osnabrücker Sportplatztagen an der Hochschule Osnabrück. Referentinnen und Referenten aus ganz Deutschland haben sich am Campus Haste mit rund 100 Tagungsgästen über aktuelle Bewegungstrends, die Einflüsse des demografischen Wandels auf das Sportverhalten und die Sportplätze der Zukunft ausgetauscht.

„Die klassische Sportart für den Sportplatz ist Fußball, aber 80 Prozent der Jugendlichen hören mit 15 bis 18 Jahren auf zu spielen. Dafür fangen mittlerweile viele Menschen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren wieder an Sport zu treiben, um etwas für ihre Gesundheit zu tun“, berichtet Tagungsleiter Prof. Martin Thieme-Hack von der Hochschule Osnabrück und erläutert: „Die Kommunen müssen das veränderte Sportverhalten im Blick haben und Sportanlagen dem demographischen Wandel und den damit einhergehenden neuen Anforderungen gerecht werden.“

Referent Wetterich skizziert einen Sportplatz der Zukunft: „Denkbar wäre eine familienfreundliche, multifunktionale Sportanlage, auf der es neben einem klassischen Rasenplatz und einer Laufbahn zum Beispiel auch seniorengerechte Fitnessgeräte, eine Skaterbahn für junge Leute und eine Minigolfanlage für Familien geben könnte. Vereins- und Freizeitsport könnte so kombiniert werden.“

Dipl.-Ing. Peter Ott vom Bundesinstitut für Sportwissenschaften in Bonn schlägt die Brücke zu möglichen baulichen Maßnahmen. „Nötig ist eine anpassungsfähige und rückbaubare oder erweiterbare Baustruktur, um schnell auf neue Trends reagieren zu können.“ Auch überdachte Sportanlagen, wie es sie bereits oft in den USA gibt, seien für Deutschland attraktiv. „Dadurch wären die Sportler vor Sonne und Regen geschützt und die Sportplätze ganzjährig nutzbar“, so Ott.

Auch über den Nachhaltigkeitsaspekt bei Sportfreianlagen, den richtigen Belag für den Freizeitfußball, Sportrasen sowie ein modernes Sportplatzmanagement tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung aus.

Tagungsleiter Thieme-Hack blickt positiv auf die 1. Osnabrücker Sportplatztage zurück: „Die gute Resonanz aus ganz Deutschland zeigt uns, dass Vereine und Kommunen ein großes Interesse an diesem Thema haben. Viele Tagungen beschäftigen sich mit der Technik der Sportplatzanlagen und Aufgaben von Platzwarten, aber planerische Fragestellungen werden bislang wenig öffentlich diskutiert. Diese Lücke wollen wir mit den Osnabrücker Sportplatztagen schließen.“



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Jul16

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