Forschung im Bereich „Offenes Katastrophenmanagement mit freiem GIS“ an der Hochschule Osnabrück

Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt wurde im Jahr 2008 erfolgreich abgeschlossen

Pressemeldung der Firma Hochschule Osnabrück

An der Hochschule Osnabrück wurde das Forschungsprojekt „OK-GIS – Offenes Katastrophenmanagement mit freiem GIS“ in den Jahren 2005 bis 2008 erfolgreich durchgeführt. Bei dem seinerzeit vom BMBF geförderten Projekt handelt es sich um die Untersuchung wichtiger sicherheitstechnischer Fragestellungen im Katastrophenfall. Um schnelle und effektive Hilfe im Notfall leisten zu können, benötigen Rettungskräfte detaillierte Kenntnisse über Zufahrtswege, Gebäudezugänge, Lagerung von Gefahrgut und ähnlichen Informationen. Ernstfälle zeigen jedoch, dass genau diese logistischen Informationen wie Pläne, Messdaten oder Bildmaterial nicht direkt verfügbar sind. So können Einsatzleiter im Katastrophenmanagement, beispielsweise bei der Feuerwehr, nicht sofort auf Daten und Programme zugreifen. Selbst wenn solche Daten bzw. Informationen vorliegen, ist eine taugliche, übersichtliche und leicht aktualisierbare Verknüpfung mit der zeitnahen Lagedarstellung im Ernstfall nicht gegeben. Meist ist diese Darstellung nur auf der Grundlage einer klassischen Lagekarte in Papierform erfolgt.

Als Ergebnis des Forschungsprojekts wurde nach einer umfassenden Analyse der Vorgehensweise des Kooperationspartners Berufsfeuerwehr Osnabrück im Katastrophenfall bzw. im Fall eines außergewöhnlichen Ereignisses ein System zur Unterstützung der betroffenen Krisenstäbe entwickelt und erfolgreich implementiert. Dieses System deckt drei Aufgabenbereiche ab:

– die umfassende Datenversorgung der Krisenstäbe mit Daten zum Raumbezug sowie mit Daten, die in unterschiedlichen Formaten bei verschiedenen Behörden und sonstigen öffentlichen Institutionen bereits vorliegen.

– die Bereitstellung einer umfassenden Lagedarstellung einschließlich einer Einsatzverwaltung und Einsatzabschnittsverwaltung. Die hier als Basis zu entwickelnde digitale Lagekarte ermöglicht einen gezielten Zugriff auf die erforderlichen Daten sowie deren geeignete Darstellung für die Krisenmanager.

– wegen der Verfügbarkeit digitaler Einsatzdaten sowie weiterer umfassender sehr detaillierter Daten konnte das System um algorithmische Verfahren zur Unterstützung der Einsatzleitung ergänzt werden. Im Einzelnen handelt es sich hier um ein Navigationssystem, dass an die Besonderheiten einer Einsatzfahrt angepasst wurde, sowie ein Verfahren zur Bestimmung eines Sperrgebietes einschließlich geeigneter Absperrpunkte. Wichtige Details sind hier auch ein digitales Einsatztagebuch, die Bereitstellung von „Checklisten“ sowie die Darstellung der Einsatzhistorie.

Die Anwendungsmöglichkeit des Systems bei Katastrophen oder außergewöhnlichen Ereignissen wurde im Abschlussbericht des Projektes nachgewiesen. Als typisches Szenario wurde bei der Entwicklung die Situation einer Bombenentschärfung zu Grunde gelegt. Fokussiert wurde die Ergebnisdarstellung auf eine Nutzung im Bereich der Stadt Osnabrück.

Das Forschungsprojekt „Offenes Katastrophenmanagement mit freiem GIS“ wurde am 3. Februar 2014 in einer Veröffentlichung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) zu „Sicherheitstechnischen und militärischen Forschungsprojekten an niedersächsischen Hochschulen seit 2000, Stand: 31. Dezember 2013“, gelistet. Ziel der Veröffentlichung ist die transparente Darstellung aller Forschungsvorhaben zu unterschiedlichen Fragestellungen an niedersächsischen Hochschulen.

Die Hochschule Osnabrück weißt ausdrücklich darauf hin, dass die Auftraggeber und Kooperationspartner dieses Forschungsprojekts nicht an Militärforschung sondern an der besseren Organisation von Hilfe in Katastrophenfällen interessiert waren.



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Feb03

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